Zeitungsbericht vom 13. August 2010

Quelle: OZ Alsfeld

Historische Schulstunde mit Griffel
und alter Schiefertafel

Am Wochenende buntes Programm zum
100-jährigen Bestehen der Storndorfer Grundschule

(mp). In Storndorf geht es an diesem Wochenende in die zweite Runde. Schließlich hat ein Schulgebäude, das vor 100 Jahren gebaut wurde und bis heute als Schule benutzt wird, bereits Seltenheitswert. Nicht unüblich ist es bei solch herausragenden Geburtstagen mit verschiedenen Gästen in mehreren Etappen zu feiern. In diesem Zusammenhang bereits geschehen vor kurzem bei der Jubiläumsfeier der Grundschule Schwalmtal für die beiden Schulstandorte Brauerschwend und Storndorf.

Derzeit rollt man in Storndorf Geschichte und Geschehnisse rund um die Schule des Ortes noch einmal aus anderen Perspektiven auf. Dafür haben sich mehrere Arbeitsgruppen etwas einfallen lassen. „Ein solches Fest ist nicht einfach da. Es ist eingebunden in den Ort und in die Bevölkerung, seit mehreren Monaten gewachsen“, resümieren die Initiatoren. Nicht nur an einer historisch fundierten Festschrift wird derzeit gebastelt. Ausgegraben wurden die alten Baupläne der Schule, verschiedene Gruppen arbeiten an weiteren verschiedenen Themen. So wird unter dem Aspekt „Schlaglichter der Geschichte der Schule“ eine Bilderausstellung zu sehen sein. Sie wurde in Ausschnitten bereits bei den Feierlichkeiten der Grundschule Schwalmtal gezeigt, das Interesse war außerordentlich groß.

Mit Feuereifer wird seit Monaten gestöbert in alten Lesebüchern, in alten Schriften und Überlieferungen, die teilweise nur schwer für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Vorbereitet wird eine historische Schulstunde mit Griffel und alten Schiefertafeln und Sütterlinschrift. Dafür wurden eigens alte Schulbänke mit eingelassenen Tintenfässern geholt, ein Epidiaskop, ein alter Schrank mit alten Fibeln, mit alten „Realienbüchern“ und alten Lesebüchern ist ebenfalls mit dabei. Unter dem Stichwort „Aus der Storndorfer Schule in alle Welt“ hat eine andere Arbeitsgruppe über das Internet mit vielen Ehemaligen Kontakt aufgenommen. In der Tat befinden sind derzeit eine Reihe von Schülern in insgesamt mehr als  zehn verschiedenen Ländern der Erde. Inmitten der geplanten Aktivitäten hat man ein Treffen von ehemaligen Schülern und Schülerinnen der Storndorfer Schule arrangiert. Zur Verfügung für diese spontanen Zusammenkünfte hat man innerhalb des Orte mehr als zehn Räumlichkeiten. Bewirtet werden die Gäste von der Storndorfer Burschenschaft, die Bedienung der Gäste wird durch den Kulturverein Storndorf übernommen.

Schwerpunktmäßig wird das Dorfgemeinschaftshaus für die Feierlichkeiten genutzt werden. In jedem Fall wird eine alte Schulbank das Jubiläum im historischen Klassenzimmer auf ganz besondere Weise miterleben. Vor einigen Tagen kehrte sie zurück in ihre alte Heimat in das Schwalmtal, nach dem Fest wird sie wieder gut verpackt den Weg mit einigen anderen Art- und Altersgenossen zu ihrem Altersruhesitz in das Schulmuseum von Büren antreten. Nach dem Aus der Volksschule von Vadenrod gelangte die Bank mit vier fest installierten Klappsitzen und mit eingelassenen Tintenfässern zunächst nach Storndorf, später schließlich in die kleine Stadt von Ostwestfalen.

Während am kommenden Samstag, 14. August, der Schwerpunkt auf dem Wiedersehen der ehemaligen Schüler und Lehrer der Storndorfer Schule stehen soll, wird am Abend im Dorfgemeinschaftshaus ein Kommers stattfinden. Hier wird der ehemalige Pfarrer Dr. Ulf Häbel über „Kleine Schulen im ländlichen Raum“ berichten. Des Weiteren wird Ortsvorsteher Alfred Päbler von der Geschichte der Storndorfer Schule erzählen.

Am Sonntag wird um 10.30 Uhr ein Festgottesdienst in der Kirche stattfinden. Im Laufe des Nachmittags spielen die „Storndorfer Schützen“ im Dorfgemeinschaftshaus auf. Im Wechsel dazu wird man die „Storndorfer Landmädchen“ beim Tanz erleben, singen wird der evangelische Kinderchor, auftreten werden die Kindergartenkinder. In einem historisch hergerichteten Klassensaal kann man die Schulbank drücken und Grundlagen der Sütterlinschrift erlernen. In einer Singstunde „wie es früher war“ werden alte Lieder mit Klaus Decher und Pfarrer Helm gemeinsam gesungen werden. Geöffnet wird die Storndorfer Schule für die Öffentlichkeit am Samstag von 13 bis 19 Uhr und am Sonntag von 11.30 Uhr bis 17 Uhr.

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