3. Mai 2024 - Schwalmtal

Quelle: OZ Alsfeld 02.05.2024

Auf Nachfolgesuche

Die Gemeinde Schwalmtal bietet Hausarztpraxis ab 1. Juli 2024 an

Praxisraeume Brauerschwend smallDie Nachfolgesuche für die Praxis im ehemaligen Dorfgemeinschaftshaus läuft. Die barrierefreien Räumlichkeiten stellt die Gemeinde zur Verfügung. FOTOS: CHRISTIAN DICKEL

Schwalmtal (cdc). Ab 1. Juli gibt es in der Gemeinde Schwalmtal keine Hausarztpraxis mehr. Zumindest vorerst. Im Hintergrund läuft die Nachfolgesuche auf Hochtouren. Bürgermeister Timo Georg (parteilos) ist optimistisch, eine Medizinerin oder einen Mediziner für die Gemeinde gewinnen zu können. Ein nahtloser Übergang scheint zwar unrealistisch, aber in jüngerer Zukunft nicht aus der Ferne.

Mitte März hatte M.D. Zahra Hosseini - Fachärztin für Innere Medizin und Hausärztin bekannt gegeben, dass sie mit Ablauf des zweiten Quartals am 30. Juni ihre Tätigkeit als Hausärztin in Brauerschwend aufgeben wird. Gemeinsam mit ihrem Mann zieht es die Medizinerin nach Norddeutschland, um dort künftig in unmittelbarer Nähe ihres Sohnes zu wohnen. Knapp fünf Jahre lang hat sie dann in der Gemeinde Schwalmtal praktiziert. Zunächst für drei Jahre in der Gemeinschaftspraxis mit Dr. Martin Böhm und in den vergangenen Jahren alleine im Ärztehaus der Gemeinde, dem ehemaligen Bürgerhaus.

Dass die Medizinerin einst den Schritt als angestellte Ärztin im Schottener Krankenhaus in die Allgemeinmedizin waste, ist wohl auch dem UmAuf Nachfolgesuche Gemeinde Schwalmtal bietet Hausarztpraxıs ab 1. Julian stand zu verdanken, dass die Gemeinde Schwalmtal einen eigenen Weg gegangen ist, um die ärztliche Versorgung auf dem Land zu sichern. Davon ist der Rathauschef überzeugt.

Die Gemeindevertreter fassten vor etwa sieben Jahren den Beschluss, dass Bürgerhaus in Brauerschwend aufzugeben um es für eine »überschaubare Summe« von damals 300000 Euro in ein Ärztehaus umzuwandeln. So konnte zunächst Dr. Martin Böhm seine Tätigkeit in neuen barrierefreien Räumen zentral gelegen zwischen Alsfeld und Lauterbach zum 1. Juli 2018 fortsetzen, nachdem Dr. Wolfgang Löschner in den Ruhestand getreten war und seine Gemeinschatspraxis mit Böhm schloss. Ein Jahr darauf bekam Böhm Verstärkung durch Hosseini im Oktober. Somit war die ärztliche Versorgung zumindest mittelfristig gesichert, schließlich war bereits damals auch der Ruhestand Böhms absehbar. Nach der Entscheidung von Hosseini, aus familiären Gründen ihren Wohnsitz zu verlagern, läuft nun nach fast sechs Jahren Ärztehaus erneut die Suche. Weil die Gemeinde als Immobilien-Eigentümer eine attraktive Praxis anbieten kann, ist Georg optimistisch, dass die Nachfolgesuche gelingen wird. Er erklärt zunächst: »Die Bürger sind besorgt und machen sich Gedanken um ihre gesundheitliche Versorgung. Da sitzen wir als Gemeinde mit im Boot, obwohl wir gar nicht zuständig sind. Eigentlich ist das Aufgabe der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), die ärztliche Versorgung sicherzustellen.« Weil sich die Kommune aber verantwortlich

Das unterscheidet uns von vielen anderen Kommunen.
Wir haben etwas anzubieten.
Bürgermeister TImo Georg

fühle, seı man damals den ungewöhnlichen Schritt mit dem Ärztehaus in kommunalen Besitz gegangen. »Das unterscheidet uns von vielen anderen Kommunen. Wir haben etwas anzubieten«, sagt Georg.

Es gehe darum, wieder einen Allgemeinmediziner zu gewinnen. Dabei sei es ganz egal, ob es sich um einen Betreiber aus der Region handelt, der die Praxis als Außenstelle nutze, oder ob sich ein neuer Arzt niederlassen wolle. Das Wichtigste sei, die wohnortnahe Versorgung sicherzustellen. Dazu stehe die Gemeinde im engen Austausch mit der KV. »Die haben aber leider auch keinen Pool an Ärzten, die sie einfach vorbeischicken könnten«, sagt der Rathauschef.

Darüber hinaus hoffe er auch ein wenig auf den Landkreis. Dieser habe nämlich bereits einen runden Tisch mit dem Hausärzteverband der Lauterbacher und Alsfelder Ärzte organisiert, um gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Hier habe er die Gelegenheit, ausführlich zu schildern, welche Vorteile es für Mediziner habe, wenn der Vermieter einer Praxis die Gemeinde ist.

Parallel dazu sei Hosseini über die sogenannte Praxisbörse (einem Portal für Mediziner der KV) selbst auf der Suche nach einem Nachfolger. Hier dürfe die Gemeinde aus rechtlichen Gründen gar nicht tätig werden, weil dies Ärzten vorbehalten sei. »Wir haben eine gleiche Interessenlage und sind im engen Austausch«, so Georg. Flankierend dazu sei die Gemeinde über einen Immobilenmakler tätig, »Vielleicht wird ein Arzt darüber auf uns aufmerksam«, sagt Georg. Die Räumlichkeiten anderweitig zu vermieten, sei nicht angedacht, da hier aufgrund der damals geringen Kosten kein Handlungsdruck für die Gemeinde herrsche.

Darüber hinaus sei die wohnortnahe Versorgung viel wichtiger. Beispielsweise für jeden, der regelmäßig rezeptpflichtige Medikamente brauche. Das seien eben zumeist Senioren, die oft in ihrer Mobilität eingeschränkt seien.

Um die nun entstehende Lücke zu füllen, könne die Gemeinde modern eingerichtete Praxisräume mit moderaten Mietkosten anbieten. Diese seien barrierefrei und die bestehenden Räumlichkeiten sogar auf Wunsch erweiterbar.

Es sei sogar genügend Raum vorhanden, falls Interesse an einer Gemeinschaftpraxis oder von mehreren Medizinern bestehe. Falls sich eine bestehende Praxis erweitern wolle, könne man eine Zweigpraxis anbieten. Auch ihm sei bekannt, dass allgemein Ärzte im ländlichen Bereich fehlten.

Aufgrund der zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten, sei er aber optimistisch, dass es Interessenten geben werde. Lediglich die kurze Vorlaufzeit für einen nahtlosen Übergang zum 1. Juli halte er für ambitioniert.

Der Wunsch bleibe trotzdem, so schnell wie möglich einen Nachfolger zu finden. Falls er beispielsweise in den nächsten Wochen eine Zusage für September bekommen sollte, werde er die Bürger umgehend informieren.

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