16. August 2012 - Porträts & Personalien

Quelle: Mitteilungsblatt Schwalmtal KW33/2012

GOLDENE HOCHZEIT Marie-Luise und Gunther Kopp

STORNDORF (mpe). Beide wurden außerhalb vom Vogelsberger Schwalmtal geboren, sind jedoch seit ihrer frühen Kindheit hier heimisch und fest verwurzelt: Bis über die Grenzen der Region sind Marie-Luise und Gunther Kopp nicht zuletzt durch ihre jeweiligen beruflichen Tätigkeiten vielen Menschen bekannt.

Vor kurzem feierten die Eheleute im Kreis der Familien von Sohn und Tochter gemeinsam mit drei Enkeln in der Schloss-Fasanerie in Eichenzell das Fest der Goldenen Hochzeit. Nicht nur die Bilder im alten Hochzeitsalbum brachten so manche Erinnerung in Schwung und drehten das Rad der Zeit noch einmal zurück.

In Hainbach (heute ein Ortsteil von Gemünden/ Felda) kam Marie-Luise Kopp als Tochter des damaligen dortigen Revierförsters zur Welt. Später besuchte sie die Volksschule im Ort, mit 14 verschlug es sie mit der Mutter nach Storndorf, der Vater war auf tragische Weise im Krieg ums Leben gekommen. Zwei Jahre besuchte Marie-Luise Kopp die Städtische Handelsschule in Fulda. Insgesamt über drei Jahrzehnte arbeitete sie in ihrem Beruf als Arzthelferin, 15 davon in einer Praxis für Allgemeinmedizin in Alsfeld, die restliche Zeit bei einem Arzt in Storndorf. Viele Menschen lernten sie schätzen während ihrer Tätigkeit in Alsfeld und Umgebung, immer wenn sie bei Hausbesuchen mit dem roten „Praxis-Käfer" vorfuhr. Den Patienten in einem Umkreis von Romrod bis Holzburg legte sie unter anderem frische Verbände an, gab Spritzen, mit einem transportablen Gerät wurden EKG's durchgeführt.

1938 wurde Gunther Kopp in Darmstadt geboren, bis 1945 wuchs er dort auf, erlebte die Bombardierung der Stadt nicht nur im Luftschutzkeller, sondern auch an der Hand der Mutter bei der Flucht durch die brennenden Straßen, geschützt vor den Flammen durch einen nassen Kolter. Zwischen den mit Leichen übersäten Ruinen mussten die Jungen später Holz für den Ofen sammeln. Vadenrod war der Geburtsort seiner Mutter, so lag es nahe, nach der Zerstörung des eigenen Hauses in den Vogelsberg über zu siedeln. Hier in Vadenrod besuchte Gunther Kopp die Volksschule, später die Handelsschule in Fulda sowie die Textilfachschule in Lauterbach - im sommer wie im Winter ging's mit dem Fahrrad bis zum Bahnhof Wallenrod, dann weiter mit dem Zug. Später folgte der Umzug nach Augsburg, dort sammelte Gunther Kopp während eines Praktikums Erfahrungen als Weber. Sooft es ging, kehrte er ins Schwalmtal zu seiner Familie zurück. Zeiten, in denen sich die Jugend regelmäßig in ihrer Freizeit auf der Straße zwischen Storndorf und Vadenrod traf.

Kurz vor Weihnachten jedoch tanzte man traditionell zur Disco im Gasthaus „Zur Linde" zu den neuesten Hits aus der Juke-Box. 1957 traf Gunther Kopp dort zum ersten Mal seine spätere Ehefrau. Eine Woche später feierte man zusammen Silvester. 1959 entschloss sich Gunther Kopp, die Weberei in Augsburg zu verlassen, das Angebot in der Storndorfer Firma Weifenbach und Lisberger stand an - 43 Jahre, bis 2001, sollte Gunther Kopp von da an bis zu seinem Eintritt ins Rentenalter im Innen- und Außendienst als Kaufmännischer Angestellter tätig sein.

Hochzeit gefeiert wurde im Juni 1962 im Dorfgemeinschaftshaus in Storndorf, damals das erste in Hessen. Morgens wurde hier standesamtlich getraut, danach begann man mit dem Schmücken für die Hochzeitsfeier nach der kirchlichen Trauung. Dass es ein außergewöhnlich schwüler Sommertag war, daran erinnert sich das Ehepaar ebenso lebhaft wie an die Eistorte, die aus Alsfeld (ungeschmolzen!) in einem Taxi gebracht wurde, weil der Konditor damals noch kein eigenes Auto besaß. Wie eine Prozession defilierte der Hochzeitszug zwischen Kaffeetrinken und Abendessen mit seinen Gästen durch das Dorf, vorneweg ein Musikant mit Ziehharmonika. Am Abend brachte mit Fackeln romantisch beleuchtet der damalige Spielmannszug aus Storndorf sein Ständchen. Bis morgens um halb fünf wurde gefeiert. Danach brachte der Bräutigam die Gäste in seinem Käfer mit 34 PS in die umliegenden Nachbardörfer nach Hause.

Nach der jahrelangen häuslichen Pflege ihrer engsten Angehörigen kann sich Marie-Luise Kopp inzwischen ein wenig mehr auf ihr Hobbys Garten und Malerei konzentrieren. Gunter Kopp ist begeisterter Sportschütze, liebt Schwimmen, nicht zu vergessen ist seine besondere Vorliebe für Abfahrt-Skilauf.

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