27. Juni 2024 - Gemeindevertretung

Quelle: OZ Alsfeld 22.06.2024 - VON CHRISTIAN DICKEL 

Pläne für erste Agri-PV im Kreis

Die neu gegründete Energie Schwalmtal GmbH plant den ersten Agri-PVSolarpark im Vogelsbergkreis. Einen entsprechenden Aufstellungsbeschluss haben am Donnerstagabend die Gemeindevertreter beschlossen. Ob das Projekt verwirklicht werden kann, ist aber noch offen.

Der Solarpark bei Renzendort soll laut dem Vorsitzenden der Bürgerliste, Artur Koch, mit beweglichen Teilen ausgestattet werden, um sich sowohl in Richtung Sonne auszurichten als auch die Landbewirtschaftung zu ermöglichen. Auf dem Bild ist eine Forschungsanlage für Agri-PV von RWE mit dem Forschungszentrum Jülich zu sehen, die in ähnlicher Form erstmals im Vogelsbergkreis errichtet werden könnten. FOTO: https://www.fz-juelich.de/de/aktuelles/news/meldungen/2024/neue-agri-photovoltaikanlage-mit-juelicher-expertise-im-rheinischen-revier-in-betrieb

Die Energie Schwalmtal GmbH, ein Zusammenschluss der beiden Energiegenossenschaften Vogelsberg (EGV) und Schwalmtal (EGS) sowie der Kommune, plant mit dem Bau eines Agri-PV-Solarpark nicht nur ihr erstes gemeinsames Projekt, sondern möchte zugleich Vorreiter einer neuen Technik sein, die sowohl Energiegewinnung und den Betrieb von Landwirtschaft parallel ermöglicht.

Um das Projekt möglichst schnell voranzutreiben und die nächsten Umsetzungsschritte zu ermöglichen, wurde am Donnerstagabend in Vadenrod eine vorzeitige Gemeindevertretersitzung einberufen, um den dafür nötigen Aufstellungsbeschluss zu verabschieden, was einstimmig erfolgte. Bürgermeister Timo Georg (parteilos) machte aber deutlich, dass das Projekt nur durch Förderzusagen wirtschaftlich realisierbar ist. Falls diese ausbleiben sollten, werde es nicht realisiert. Damit die entsprechenden Anträge rechtzeitig gestellt werden können, habe man die Sitzung vorgezogen, erörterte Hauptausschussvorsitzender Ulrich Momberger. Dementsprechend laute auch die Ausschussempfehlung, den Aufstellungsbeschluss für den Energie-Park Schwalmtal 1 zu beschließen.

»Mit dem Projekt befassen wir uns schon länger. „Wir haben die Chance, Vorreiter zu sein und alles auf eine neue Ebene zu stellen. Wir werden, müssen und können Erfahrungswerte sammeln. Es wird in Zukunft spannend sein, das Projekt zu begleiten“, sagt Michael Rühl für die SPD-Fraktion.

"Wir haben die Chance, Vorreiter zu sein und alles auf eine neue Ebene zu stellen. Wir werden, müssen und können Erfahrungswerte sammeln. Michael Rühl, SPD"

Zustimmung gab es auch von den Grünen. Robert Riße sprach von einem guten Miteinander von Landwirtschaft und Energieproduktion. Allerdings sei ihm nicht klar, warum die Entscheidung für diese Fläche ausgefallen sei und er bat um Erörterung. Ebenso beschäftigten ihn und seinen Fraktionskollegen Werner Birkenstock die Frage nach der Wirtschaftlichkeit.

Daraufhin machte Bürgermeister Georg deutlich, dass sich die beiden Energiegenossenschaften im nächsten Schritt um Förderungen bewerben müssten. »Wenn sie die Förderungen nicht bekommen, kann die Anlage nicht gebaut werden«, so Georg. Die im Raum stehende Fläche habe nicht die Gemeinde, sondern der Antragsteller (Energie Schwalmtal GmbH) ausgewählt. Es sei aber der erste Antrag überhaupt in der Gemeinde mit einer Agri-PV-Planung.

Bei allen vorherigen Antragstellern habe es sich um klassische Freiflächen-PV-Anlagen gehandelt. Allerdings habe man auch alle anderen infrage kommenden Grundstücke angeschaut, die grundsätzlich nicht ausgeschlossen seien. Schließlich sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht absehbar, ob das Projekt verwirklicht werden könne. Die Gesellschafter wagen sich auf unbekanntes Terrain. Dabei sei es ihm noch mal wichtig, den Verfahrensablauf zu erläutern. Die Gemeindevertreter müssten in ihrer Funktion diesmal über den Aufstellungsbeschluss entscheiden. Später komme das Thema dann erneut auf den Tisch in gänzlich anderer Funktion, weil die Gemeinde Mitgesellschafter der Energie Schwalmtal GmbH ist. Gesetzt den Fall, dass die Energiegenossenschaften die Förderzusage erhalten, sei das Projekt mit »einem sehr, sehr geringen Rısiko behaftet«, blickte er voraus. Nichtsdestotrotz müssten sich die Gemeindevertreter zu einem späteren Zeitpunkt mit dem Thema in der Funktion als Mitgesellschafter beschäftigen.

"Bei dem Projekt handelt es sich um eine konsequente Fortsetzung eines Prozesses, der vor drei bis fünf Jahren begonnen worden ist. Artur Koch, Bürgerliste"

Das letzte Wort hatte Artur Koch (Bürgerliste): »Bei dem Projekt handelt es sich um eine konsequente Fortsetzung eines Prozesses, der vor drei bis fünf Jahren begonnen worden ist.« Letztendlich gehe es darum, dass die Gemeinde eigene Energie erzeuge und den Bürgern vergünstigt zur Verfügung stelle. Darüber hinaus beinhalte die angedachte Anlage positive Komponenten. Die Landwirtschaft könne auf der Fläche weiterbetrieben werden. Zudem soll es sich um bewegliche Module handeln, die mehr Energie produzieren würden als fest stehende Anlagen. Darüber hinaus sei die Vergütung des Stroms für AgriPV für die Gemeinde finanziell interessant. Das seien aber alles Themen, die erst zu einem späteren Zeitpunkt mit Erhalt der entsprechenden Förderzusage auf den Tisch kämen.

HINTERGRUND Was ist Agrı-PV

Agrı-PV steht für Agriphotovoltaik oder für Solaranlagen auf landwirtschaftlichen Flächen. Anders als bei herkömmlichen Freiflächen-Solaranlagen (FFA) handelt es sich bei Agri-PV um die landwirtschaftliche Nutzung von Flächen und sekundärer Solarstromproduktion. Auf dem noch jungen Markt für (Agri-PV) gibt es verschiedene Systeme. Laut Artur Koch sollen bewegliche Module zum Einsatz kommen. CDC

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