7. Dezember 2023 - Ortsgeschehen

Quelle: OZ Alsfeld 06.12.2023

Lustspiel-Komik im Storndorfer Akzent - 

Lokalkolorit trifft Professionalität: Storndorfer Darsteller begeistern Publikum bei ersten Aufführungen / Weitere Tickets noch erhältlich

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STORNDORF (mpe). Zwei gute Nachrichten gleich vorneweg: Erstens, die Premiere rüttelte vehement an den Lachmuskeln und sie traf voll den Nerv des begeisterten Publikums. So geschah es gleichermaßen bei den zwei Theateraufführung im jeweils voll besetzten Dorfgemeinschaftshaus von Storndorf. „Der Influencer“, ein Lustspiel in drei Akten von Erich Koch, wurde mit durchschlagender Originalität und brennender Spielleidenschaft von neun Laiendarstellern auf die Bretter gebracht, die die Welt bedeuten.

„Einfach klasse, man geht so richtig fröhlich nach Hause“, beschrieb es eine der bis jetzt rund 400 Besucher und Besucherinnen. Was die zweite gute Nachricht betrifft: Man kann alles noch einmal erleben, es gibt noch Karten für zwei weitere Vorstellungen, jeweils im DGH Storndorf, Samstag, 16. Dezember, Einlass 19 Uhr, Beginn 20 Uhr und am Sonntag, 17. Dezember, Einlass 12 Uhr, Beginn 13 Uhr.

Bei den vergangenen Vorstellungen dauerte es nur wenige Momente, nachdem der Vorhang aus rotem Plüsch die Kulisse eines gut bürgerlichen Wohnzimmers mit Kuckucksuhr frei gegeben hatte, dann sprangen die Funken direkt hinüber ins Publikum. Wie kann man sich in diesem Fall einen besseren Eisbrecher vorstellen als Opa Hugo, der mit dem Zeigefinger auf ein Tablet hämmert, um im Internet eine Frau für seinen Enkel zu suchen? Dargestellt in Urwüchsigkeit ohne Überzeichnung. Oma Hilda schlägt als seine Ehefrau nahezu unnachahmlich in die gleiche Kerbe. Dabei kann ihr Straßenbesen schon mal auf den dicken Po einer vermeintlichen Nebenbuhlerin landen.

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Wenn dann der brave Bäcker Kurt Kerzenhalter in Mehl verstaubter Schürze in seinem schier unerschütterlichen Phlegma die Bühne langsam und bedächtig betritt und ihn seine bessere Hälfte Klara immer wieder versucht, auf Touren und an die Arbeit in der Backstube zu bringen, wurde indes dem Zuschauer schon bald deutlich, was beide drückt: Sohn Gerd hat seine karierte Bäckerhose genauso in die Ecke geworfen wie die Vorstellung seiner Eltern, den Betrieb zu übernehmen. Ein zum Schreien schriller Typ ist aus ihm geworden, in umwerfenden gestrickten kurzen Hosen mit viel nackter Haut, einer, der sich in seiner Art glaubhaft als „Nabel der Welt“ in Szene setzen kann.

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Auch seine Wege werden gekreuzt von der nicht minder skurrilen Wunderheilerin Lioba, ohnehin „buntig“ genug, ist diese auf dem Kopf „gekrönt“ mit einem mächtigen Blütenkranz, Heilsäfte stellt sie her, unerschrocken macht sie Furunkeln an schlüpfrigen Stellen knallhart den Garaus. Einen Sohn hat sie auch, dieser hat Psychologie studiert und beginnt stets in kindlicher Art noch so hoch trabende Ausführungen mit „Mama hat gesagt“. Wer dabei vor der Begegnung mit ihm schon voller Bewunderung für die von allen Darstellern perfekt zum Ausdruck gebrachten Texte war, den machten die Sprechsalven des Psychologen schier fassungslos. Da konnte es sprudeln wie folgt: „Sie ist ein Objekt im Sinne der psychischen Betrachtung einer Selbstverwirklichung in einem zweiten Ich.

Kann ich noch ich sein, wenn ich schon in Ihr bin? Oder werde ich erst zum Ich, wenn ich in ihr nicht mehr ich bin.“ Nichtsdestotrotz: Chantal, die Hostess, versteht es in schimmernd schwarzem Glitzer und in gekonnt lasziver Manier den intellektuell Angehauchten zu umgarnen wie sie das ebenso hinkriegt bei den „Schnurgeradlinigen“ Herren in diesem Dreiakter. Geld muss auf jeden Fall vor dem Vergnügen auf dem Tisch liegen. Verkäuferin Jenny versteht es, zu ermitteln, dass sie ihre „ausgespähte“ Beute in aufrichtiger Art „umzingeln“ kann.

Immer wieder Szenenapplaus und ein lang anhaltender Beifall am Schluss gaben der Theatergruppe der Freiwilligen Feuerwehr Storndorf die verdiente Ehre. Dank für die Mühen jedes Einzelnen, Dank an die Freiwillige Feuerwehr Storndorf als Helfer und Veranstalter, Dank an die ruhige Perfektion der Souffleuse, Dank an die Kreativität für Maske und Frisuren von allen Seiten. Stürmischer Beifall für die neun Darsteller und Darstellerinnen, querbeet durch junge, mittlere und ältere Generationen, alle in sich waschecht und authentisch, jeder in einem Outfit, das der Fantasie kaum Grenzen setzte. Ein Ensemble, was eigenhändig Regie führt, was das gesamte Lustspiel mit Lokalkolorit und einer natürlichen Urkomik im Storndorfer Akzent besetzte, ohne dabei den Anschluss an Professionalität zu verlieren.

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