1. Februar 2022 - Schwalmtal

Quelle: OZ Alsfeld 01.02.2022

Wind soll Geld ins Stadt- und Gemeindesäckel wehen

Der erste Spatenstich für den Windpark Lauterbach-Brauerschwend wurde nun gesetzt. Künftig ´soll der Windpark eine Nennleistung von 20,7 Megawatt erbringen.

LAUTERBACH - Das Regierungspräsidium in Gießen hatte Anfang September 2021 den Bau von sechs weiteren Windrädern am Rand von Reuters genehmigt. Nun starteten symbolisch die Bauarbeiten. Zwei Windkraftanlagen stehen bereits vor den Toren des kleinen Lauterbacher Stadtteils, der rund 160 Einwohner hat. Vier neue Windräder sollen nun in Maarer Gemarkung und zwei auf dem Boden von Brauerschwend errichtet werden, jeweils hinter dem Friedhof von Reuters in einem sogenannten Vorranggebiet des Teilregionalplanes Energie Mittelhessen, das den Namen "Kohlhaupt" trägt, einer 480 Meter hohen Erhebung.

Am Montag trafen sich nun die Planer von Hessen-Energie mit den Geschäftsführern Dr. Hans-Peter Frank und Martin Kinsky, den OVAG-Vorständen Joachim Arnold und Oswin Veith sowie Bürgermeister Timo Georg aus Schwalmtal und Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller aus Lauterbach vor Ort für den symbolischen Spatenstich.

Vor sieben Jahren wurde der erste Antrag gestellt. Nachdem zwischenzeitlich eine Klage von der Naturschutzinitiative eingereicht worden war, wurde nun der Weg zum Bau der Anlagen durch eine am 14. Januar 2022 vom Verwaltungsgerichtshof in Kassel erlassene Zwischenverfügung zunächst freigemacht. Das teilt die OVAG in einer Presseerklärung mit.

Bauherr ist die Hessen-Energie, Gesellschaft für rationelle Energienutzung mbH in Wiesbaden, eine hundertprozentige Tochter der Oberhessischen Versorgungsbetriebe AG (OVAG), die wiederum zu hundert Prozent in kommunalem Besitz der drei Landkreise Vogelsberg, Wetterau und Gießen ist.

Aus Sicht der städtischen Gremien, so Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller, sei die Realisierung der vier Windenergieanlagen auf dem Gebiet der Stadt Lauterbach "die positive Umsetzung der vor Jahren gefassten Beschlüsse im Hinblick auf einen aktiven Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung". Dank gelte dabei dem Bereichsleiter Wind bei der HessenEnergie, Gerd Morber, für die "stets sehr gute und partnerschaftliche Zusammenarbeit". Laut Bürgermeister Timo Georg hätten zwischen der Gemeinde Schwalmtal und Hessen-Energie bereits vor über zehn Jahren erste Gespräche zum Bau von Windenergieanlagen an diesem Standort stattgefunden. Die kommunalen Gremien hätten von Anfang an diesen Standort favorisiert, da der Abstand zur nächsten Wohnbebauung sehr groß sei. Aus Naturschutzgründen sei eine geringere Zahl an Anlagen realisiert worden als ursprünglich geplant. Die Gemeinde Schwalmtal leiste mit diesen Anlagen auf Gemeindegebiet ihren Beitrag zur Energiewende und zusätzlich fließe auch noch der eine oder andere Euro in die Gemeindekasse. Auf dem Gelände sollen zwei Windenergieanlagen in der Gemarkung Brauerschwend und vier weitere in der Gemarkung Lauterbach errichtet werden.

Die insgesamt sechs Windenergieanlagen werden eine Nennleistung von 20,7 Megawatt aufweisen. Die Anlagen sollen künftig rund 46 Millionen Kilowattstunden elektrische Energie pro Jahr produzieren. Das entspricht rechnerisch dem Jahresstromverbrauch von etwa 13 000 Durchschnittshaushalten. So könnten rund 27 500 Tonnen CO2-Emissionen aus der konventionellen Stromerzeugung vermieden werden. Die Umsetzung trage zum Umwelt- sowie Klimaschutz, zur Schonung wichtiger Ressourcen und zu regionaler Wertschöpfung bei, wie Hans-Peter Frank von der Hessen-Energie betonte. Errichtet werden Anlagen vom Hersteller Vestas mit einer Nabenhöhe von 137 Metern, einem Rotorkreisdurchmesser von 126 Metern und mit jeweils 3,45 der insgesamt 20,7 Megawatt Leistung. Die Inbetriebnahme ist für Anfang nächsten Jahres geplant.

Bei dem Termin waren auch der Geschäftsführer der Energiegenossenschaft Vogelsberg, Günter Mest, mit seinem Kollegen Udo Pfeffer anwesend. Auf Wunsch der beiden Standortkommunen soll es eine wirtschaftliche Beteiligungsmöglichkeit an dem Projekt geben, das über die Energiegenossenschaft Vogelsberg eG vorrangig interessierten Bürgern aus Schwalmtal und Lauterbach angeboten wird.

Ebenfalls anwesend waren der Verbandsvorsteher des Zweckverbands Abfallwirtschaft Vogelsbergkreis, Dieter Boss, sowie der Geschäftsführer der Abfallentsorgungsgesellschaft Vogelsbergkreis, Patrick Heil, da die Windenergieanlagen zum Teil in unmittelbarer Nachbarschaft zur Deponie am Bastwald errichtet werden.

Morber räumte ein, dass Gegner des Projektes die Errichtung der Anlagen kritisch sehen. Diesen Vorbehalten sei jedoch entgegenzuhalten, dass die beiden Genehmigungsbescheide "umfängliche Naturschutz- und Kompensationsmaßnahmen vorsehen". So werde unter anderem flächengleich zu den erforderlichen Rodungen in unmittelbarer Nachbarschaft in der Gemarkung von Brauerschwend aufgeforstet, weshalb in der Summe keine Waldflächen verloren gehen würden. Auch der Artenschutz sei gewährleistet, indem zugunsten unter anderem von Rotmilan, Wespenbussard und Fledermäusen abhängig von Windgeschwindigkeit, Temperatur sowie Tages- und Jahreszeiten die Anlagen abgeschaltet würden. Die Abschaltungen führten nur zu geringen Produktionseinbußen und seien in der Ertragserwartung berücksichtigt. Es handele sich bei dem Projekt überdies um einen "bedeutsamen regionalen Beitrag zur Energiewende, der dringend benötigt wird, um den vom Deutschen Bundestag beschlossenen Ausstieg aus der Stromproduktion aus Kernenergie und Kohle durch einen entsprechend wachsenden Anteil von Strom aus Erneuerbaren Energien auch zu ermöglichen".

Gegen das Vorhaben gibt es Vorbehalte in Reuters. Einen Protest der Lauterbacher Gremien gab es, anders als zu Windrad-Plänen im Stadtteil Allmenrod, für das Vorhaben vor den Toren von Reuters nicht. Dem Vernehmen nach sollen die Stadt Lauterbach und die Gemeinde Schwalmtal jeweils 30 000 Euro im Jahr für je ein Windrad auf ihrer Gemarkung kassieren. Diese und auch keine andere Zahl wollte Gerd Morber von Hessen-Energie Ende September 2021 nicht bestätigen, es handele sich aber um erkleckliche Summen, die Stadtsäckel und Gemeindekasse zugutekämen. Vier der sechs Windräder stünden allerdings auf Privatgrundstücken.

Das Wind-Portfolio der OVAG wird damit auf insgesamt 150 MW installierter Leistung erweitert. "Damit wird sie ihre starke Stellung in Hessen im Bereich selbst entwickelter und betriebener Windenergieparks mit Augenmaß und zum Wohl der Region weiter ausbauen", heißt es in der Pressemitteilung.

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