19. November 2016 - Nachbarschaftshilfe Schwalmtal

Quelle: OZ Alsfeld 15.11.2016

Immer mehr fragen nach Hilfe

MITGLIEDERVERSAMMLUNG Verein Nachbarschaftshilfe zieht nach 14 Monaten eine positive Bilanz

BRAUERSCHWEND - (gma). Nach nur 14 Monaten ist der Verein Nachbarschaftshilfe ein „anerkanntes, aktives Instrument innerhalb der Gemeinde". Dieses positive Fazit zog Bürgermeister Timo Georg, gleichzeitig Vorsitzender des noch jungen Vereins in Schwalmtal, in der Hauptversammlung im Bürgerhaus in Brauerschwend.


  --> siehe auch: http://www.nachbarschaftshilfe-schwalmtal.de/aktuelles/


Georg wies in seinem Rechenschaftsbericht darauf hin, dass der Verein bei Bürotätigkeiten und -materialien auf die Ressourcen der Gemeindeverwaltung zurückgreifen kann. Auch das Servicebüro befindet sich im Rathaus, Kosten entstehen hierfür nicht. Der Verein konnte bereits kurz nach der Gründung ins Vereinsregister eingetragen werden und das Bestätigen der Gemeinnützigkeit durch das Finanzamt war aufgrund der guten Vorarbeit bei der Satzung kein Problem, so der Vorsitzende.

Seine Stellvertreterin Eva Vornberger hat die Homepage des Vereins eingerichtet. Unter www.nachbarschaftshilfe-schwalmtal.de kann sich jeder über die Ziele des Vereins und die Organisation der Hilfe informieren.

Georg stellte fest, dass die Vereinsgründung der „einzig richtige Weg" war, obwohl im Vorfeld öfter die Notwendigkeit eines Vereins infrage gestellt worden sei. Die Notwendigkeit erkläre sich alleine durch den Aufbau der Organisation, die Notwendigkeit der Abschlüsse von Versicherungen und dem sicheren Rechtsrahmen, der nur durch die Vereinsform gewährleistet sei. Mit derzeit 74 Mitgliedern hat sich die Nachbarschafthilfe Schwalmtal gut entwickelt, so Georgs Fazit.

Die zweite Vorsitzende des Vereins, Eva Vornberger, berichtete von der täglichen Arbeit. Mehr als die Hälfte aller Mitglieder hat sich bereit erklärt, aktiv mitzuhelfen. Allerdings sind darunter nur wenige, die sich zur Haushaltsunterstützung gemeldet haben, aber genau da hat der Verein zurzeit den größten Bedarf. Man hofft auf weitere Freiwillige, um die derzeitigen Helfer in diesem Bereich zu entlasten. Ebenfalls nachgefragt wird Unterstützung bei der Gartenarbeit. Vornberger betonte an dieser Stelle auch, dass der Verein keine Aufgaben übernimmt, die in Konkurrenz zu gewerblichen Anbietern stehen. Der Verein will und darf nur Hilfe leisten bei besonderen Umständen und Notlagen.

Bislang waren insgesamt acht Helfer aktiv. Die Anzahl der Einsätze ist laut Vornberger noch nicht besonders häufig, aber in den vergangenen Monaten ist eine Steigerung spürbar. Oft werden die Anfragen sehr kurzfristig gestellt, was bei der Planung und Organisation der Hilfe Probleme mit sich bringen würde, so Vornberger. Sie hofft, weitere Mitglieder für die aktive Mitarbeit gewinnen zu können.

Im Plus

Schatzmeister Wolfgang Duda legte einen positiven Kassenbericht vor. Durch Spenden und eine Anschubfinanzierung des Landes Hessen steht der Verein im „gesunden Plus". Mit einem Schmunzeln berichtete er von teilweise ungläubigen Blicken der Hilfesuchenden, wenn ihnen die niedrigen Rechnungen von der Nachbarschaftshilfe präsentiert werden. In der Regel fallen dann die gezahlten Beträge höher aus als der reine Rechnungsbetrag und der Verein kann dadurch gleichzeitig noch Spenden verbuchen.

In der anschließenden Aussprache berichtete Timo Georg von einer Auszeichnung durch den Vogelsbergkreis für ein „gutes Beispiel für Ehrenamt". Mit Walter Mönch war auch der Vorsitzende der Seniorenhilfe Maar eingeladen. Georg bedankte sich bei ihm für die Hilfestellung – von der Gründungsphase bis zum heutigen Tag. Die Schwalmtaler konnten sich über die Abläufe des Nachbarvereins informieren, was wichtige Erkenntnisse für die eigene Organisation brachte, so Georg. Walter Mönch berichtete dann aus der Erfahrung der Seniorenhilfe Maar, die 2015 bereits ihr 20-jähriges Bestehen feiern konnte. Mit 800 bis 1000 Einsätzen pro Jahr sind die 40 bis 50 Aktiven des Vereins gut ausgelastet. Mönch gab viele Tipps aus der Praxis und sprach ein Thema an, das für jeden helfenden Verein oder jede helfende Organisation von Bedeutung ist: Viele Menschen müssen eine Hemmschwelle überwinden, um Hilfe annehmen zu können. Dies brauche Zeit, sagte Mönch und empfahl, sich bei den Menschen zu bedanken, dass sie fremde Hilfe annehmen.

Schließlich ging es im letzten Punkt der Sitzung um die „Rettung aus der Dose", die Ewald Hofmann, der Schriftführer des Vereins, vorstellte. Die Dose mit einem darin befindlichen Formular ist eine optimale Möglichkeit, die gesundheitlich relevanten Informationen für ältere, kranke oder Menschen mit Handicap zu bündeln und für Rettungskräfte sofort auffindbar im Kühlschrank zu deponieren. Das System, das aus England und Irland käme, hat sich millionenfach bewährt und kann zu einer weiteren Dienstleistung des Vereins werden.