20. Oktober 2018 - Ortsgeschehen / Sozialstation

"Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen!"

Zum Herbstfest der Sozialstation versammelten sich über 40 Personen - Gottesdienst mit Abendmahl - Italienisches Ambiente

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Die Bereichsleiterin der Sozialstation Schwalmtal, Karin Runge, konnte über 40 Gäste begrüßen. Fotos: Kulturverein Storndorf

 "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen! ". Mit diesem Kanon, der nur aus einem einzigen Satz besteht, begann Pfarrer Peter Weigle den Gottesdienst, der am Anfang des Programms des Herbstfestes der Sozialstation stand. Zuvor konnte Leiterin Karin Runge über vierzig Klienten und Angehörigen begrüßen, die der Einladung zu einem "Italienischen Nachmittag" gefolgt waren. Sie bedankte sich bei den Kolleginnen für die Unterstützung bei Planung, Vorbereitung und Durchführung und  bei dem Förderverein der Sozialstation für das finanzielle Engagement.

Die neuen Räumlichkeiten der Sozialstation in der ehemaligen Zweigstelle der Kreissparkasse Oberhessen sind ideal für Veranstaltungen mit älteren Menschen, da sie ebenerdig zu betreten sind und damit auch für Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer keine Hürde darstellen. Schon seit Jahren lädt die Sozialstation zu Gottesdiensten ein, die meist in der Vadenröder Kirche stattfanden. Wer mit den Örtlichkeiten vertraut ist, weiß, dass die Kirche nur über eine lange Treppe zu erreichen ist. Deswegen entschloss sich das Team in diesem Jahr, das Patientenfest in den eigenen Räumen auszurichten. Auf Wunsch wurden die Klienten  abgeholt und auch wieder nach Hause gefahren, ein Service, der auch schon in den Vorjahren angeboten wurde und gerne angenommen wird.

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Die Veranstaltung fand in den Büroräumen der Sozialstation statt.

In der Predigt dachte Pfarrer Weigle über das Älterwerden nach. Es böte Nachteile, aber auch etliche Vorteile. Man könne gelassener in den Alltag hineingehen, man brauche sich nichts mehr zu beweisen. Man könne die Dinge in Ruhe angehen. Diese Gedanken passten zu der Geschichte von dem "ruhigen und ausgeglichenen" Rabbi, mit der Weigle seine Predigt einleitete: "Ein Rabbi wurde einmal gefragt, warum er trotz seiner vielen Tätigkeiten so ruhig sei. Er sagte: Wenn ich stehe, dann stehe ich. Wenn ich gehe, dann gehe ich. ..." Wir alle haben diese Geschichte schon einmal gehört, und trotzdem verblüfft die Pointe der Geschichte immer wieder - wegen ihrer Einfachheit: Auf den Einwand der Zuhörer "Aber das tuen wir doch auch", antwortete der Rabbi: "Nein.... Wenn ihr sitzt, dann steht ihr bereits wieder, wenn ihr steht, dann geht ihr bereits wieder, wenn ihr geht, dann seid ihr bereits angekommen." Im Anschluss an die Predigt wurde noch das heilige Abendmahl gefeiert.

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Pfarrer Peter Weigle hielt einen Gottesdienst zum Thema "Älterwerden" und feierte zusammen mit den Gästen das Abendmahl.

 Das Team der Sozialstation hatte die Räume mottogerecht mit den Farben der italienischen Flagge geschmückt und zum Kaffee gab es neben leckerem Kuchen auch eine Pizza. Dass es den Gästen schmeckte, konnte man daran sehen, dass die fünf Helferinnen aus den Reihen des Personals alle Hände voll zu tun hatten, die Speisen zu reichen und nachzugießen. Als Krönung wurde noch italienisches Eis angeboten und gemeinsam das von Vico Torriani stammende Lied von den Capri-Fischern gesungen.

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Die Räume waren mottogerecht geschmückt. Auch kulinarisch war man ganz auf italienisch eingestellt: Neben der Pizza gab es auch italienisches Eis. Außerdem wurden diverse Kuchensorten gereicht.

Aber das Essen war nicht das eigentlich Wichtige an diesem Nachmittag. Das war vielmehr die Gemeinschaft, die man miteinander haben konnte, nicht zuletzt beim Abendmahl. Viele der Klienten der Sozialstation sind nicht mehr in der Lage, alleine in den Ort zu gehen, den Gottesdienst zu besuchen oder an Veranstaltungen der Vereine teilzunehmen. Und so freuten sich die Teilnehmer, alte Freunde und Bekannte zu treffen und sich mit ihnen austauschen zu können. Viele Gespräche fanden statt, zu denen man sonst keine Gelegenheit hat. Das Patientenfest der Sozialstation erlangte dadurch einen ganz besonderen Wert. Und das Versprechen von Jesus Christus, mitten unter den Menschen zu sein, wo sich zwei oder drei in seinem Namen versammeln, hat sich an diesem Nachmittag bestimmt erfüllt.

Natürlich soll auch im nächsten Jahr wieder ein Patientenfest ausgerichtet werden. Aber auch eine andere, ein wenig zu kurz gekommene Tradition soll wieder belebt werden. Man möchte einen Nachmittag für pflegende Angehörige anbieten, an dem diese ihre bei der Pflege und Betreung anfallenden Sorgen und Probleme ansprechen und über Lösungswege beraten und nachdenken können. Diese Zusammenkunft soll nicht die klassische Pflegeberatung ersetzen, sondern einen Anstoss in diese Richtung geben und vor allem eine psychologische Hilfestellung geben bei der Bewältigung der nicht immer einfachen Aufgaben.

Wer die Arbeit des Fördervereins der Sozialstation unterstützen möchte und seinen Teil dazu beitragen möchte, dass Pflegebedürftige in ihrer häuslichen Umgebung betreut werden können, kann dem Förderverein beitreten, der zur Zeit etwa 500 Mitglieder hat.  Aber auch jede Spende ist eine willkommene Unterstützung der Arbeit der Sozialstation.

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