03. März 2012 - Bürgermeisterwahl 2012

Quelle: OZ Alsfeld

Jürgen Steuernagel will den regionalen Bezug stärken

Kandidat der SPD will alle Ausgaben der Gemeinde auf den Prüfstand stellen - Ziel: Mit 34 Prozent in die Stichwahl am 25. März kommen

SCHWALMTAL (sgs). Er will „die Bürger mitnehmen" und für Schwalmtal „etwas bewegen", betont Jürgen Steuernagel, der Bürgermeisterkandidat der SPD. Auch wenn der Gestaltungsspielraum begrenzt ist, reizt ihn die Aufgabe eines Rathauschefs, in der vieles möglich zu sein scheint: „Eben habe ich im Radio gehört, dass die Stadt Borken in Westfalen ab morgen schuldenfrei ist", sagt der 46-jährige Diplom-Betriebswirt im OZ-Gespräch, lächelt vielversprechend und fragt sich, ob nicht auch für das Schwalmtal neue Einnahmequellen erschlossen werden könnten.

Jürgen Steuernagel engagierte sich bereits in der Vergangenheit in der Kommunalpolitik, musste die Aufgabe aber 2007 aufgeben, als er in den Konzernbetriebsrat gewählt wurde. Der verheiratete Familienvater aus Renzendorf arbeitet in einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die ihren Hauptsitz in Berlin hat. Als Betriebsrat und Experte für IT-Sicherheit muss er zwar an unzähligen Verhandlungen in Deutschland teilnehmen, trotzdem sagte er sofort zu, als ihn die SPD als Kandidaten nominierte. „Es ist für mich eine Ehre, diese Aufgabe in meiner Heimatgemeinde zu erfüllen", sagt Steuernagel.

Im Wahlkampf setzte der Renzendorfer auf Zuf kunftsdialoge, packte dabei die verschiedensten Themen an und setzte erste Akzente und Vorstellungen bereits um. Stolz ist er, dass eine Energiegenossenschaft gegründet werden konnte. „Über 60 Interessierte kamen zu der Sitzung", resümiert er.

Als Bürgermeister würde sich der Diplom-Betriebswirt zunächst den Haushaltsplan vornehmen „und alles auf den Prüfstand stellen", um Kosten einzusparen. „Das geht nur mit den Gremien", sagt der SPD-Kandidat, der als Bürgermeister keine Mehrheit hätte. Aber: „Ich denke, dass ich mit allen ins Gespräch komme. Ich denke, dass ich auch mit der neuen Koalition etwas erreichen kann", zeigt sich der Renzendorfer überzeugt.

Steuernagel ärgert sich über die kostenaufwendigen „Auflagen von oben", kann sich aber durchaus vorstellen, als Bürgermeister „auch einmal nein zu sagen". Dass dies zum Erfolg führen könne, zeige das Beispiel Eigenkontrollverordnung. Die nämlich sei um zehn Jahre verlängert worden, weil sich drei Gemeinden gewehrt hätten.

Gerade vor dem Hintergrund des demographischen Wandels sei es wichtig gegenzusteuern. „Immer weniger Bürger sollen dann die Kosten tragen - das ist das größte Problem."

Steuernagel spricht weitere Baustellen an. Als Bürgermeister würde er sich um den Gebäudeleerstand in den Orten kümmern, er würde Unternehmer vor Ort unterstützen und die Landwirtschaft stärken. Deren Produkte müssten besser dargestellt werden. „Wir müssen wegkommen von der großindustriellen Landwirtschaft", fordert Steuernagel. Der regionale Bezug müsse gestärkt werden, „dann können wir auch unsere Landwirte stärken".

Schließlich fällt noch das Stichwort Kinderbetreuung. Steuernagel würde sich für eine Ganztagsbetreuung im Schwalmtal einsetzen und dabei auch die Vereine mit ins Boot holen. Deren Rolle schätzt er als immens wichtig ein: „Wenn die Vereine kaputtgehen, geht die Gemeinschaft kaputt", sagt der Sozialdemokrat, der sich freut, dass es im Schwalmtal „Vereine für alle Schichten" gibt, denn nun sei die letzte Lücke geschlossen worden: Ein Trainer lasse sich derzeit ausbilden und biete demnächst Rückenschule für Senioren an.

Auf der Liste zur Gemeindevertretung war Steuernagel einst ganz weit nach vorne gewählt worden, für die Bürgermeisterwahl sind „34 Prozent mein Ziel, denn dann habe ich einen hinter mir gelassen", lacht der Renzendorfer. Für ihn würde das bedeuten: Er würde am 25. März in der Stichwahl sein.


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