30. September 2019 - Gemeindevertretung Schwalmtal

Quelle: OZ Alsfeld 28.09.2019 - Von Christian Dickel

Jein zu medizinischem Zentrum

Die Gemeinde Schwalmtal erteilt den Plänen des Vogelsbergkreises eine Absage. Bei Bedarf ist aber eine spätere Beteiligung möglich.

VADENROD - An einem kreisweiten medizinischen Versorgungszentrum wird sich die Gemeinde Schwalmtal vorerst nicht beteiligten. Darüber herrschte Einstimmigkeit während der Gemeindevertretersitzung am Donnerstagabend in Vadenrod.

Die Beschlussempfehlung lautete, dass sich die Gemeinde vorerst nicht an den Plänen des Vogelsbergkreises beteiligen werde, jedoch ein späterer Beitritt - falls notwendig - möglich sein soll. Eine indirekte Beteiligung über die Kreisumlage finde ohnehin statt, meinte der stellvertretende HFA-Vorsitzende Harald Nahrgang beim Verlesen der Beschlussempfehlung.

Der Fraktionsvorsitzende der Bürgerliste Michael Schlosser stellte voran: "Wir in Schwalmtal haben unsere Hausaufgaben gemacht, sehr viel Geld in die Hand genommen und das Bürgerhaus in Brauerschwend zu einem Ärztehaus umgebaut." Hinzu komme, dass Dr. Martin Böhm mitgeholfen habe, eine weitere Hausärztin zu finden und somit die Gemeinde für die kommenden Jahre gut aufgestellt sei. Die Beteiligung am Projekt des Kreises würde die Kommune 25 000 Euro jährlich kosten, obwohl Schwalmtal bereits über 300 000 Euro in den Umbau des Bürgerhauses investiert habe. Allerdings wolle die Gemeinde gerne weiterhin vom Kreis über die kommenden Schritte informiert werden und falls der Fall der Unterversorgung in Schwalmtal eintreten sollte, das mögliche kreisweite medizinische Versorgungszentrum finanziell unterstützen. "Diese Option müssen wir uns für die Zukunft offen halten", betonte Schlosser.

Reinhard Donath (SPD) ergänzte, dass über das Ärztehaus und die gelungene Schwalmtaler Lösung bereits ausgiebig gesprochen worden sei. Es sei nicht selbstverständlich, ein Bürgerhaus zu opfern, aber "die Bürger haben gesagt, ein Arzt ist uns wichtiger". Die Bürger hätten die Entscheidung ohne Murren und Knurren mitgetragen, sodass den Gemeindevertretern die Entscheidung damals leicht gefallen sei. Daher müsse man den Brauerschwender Bürgern ein Lob aussprechen, die sich damals während einer Bürgerversammlung für das Ärztehaus und den Verzicht auf das Bürgerhaus ausgesprochen hätten.

Schon zu Beginn der Sitzung hatte Bürgermeister Timo Georg (parteilos) während seines Berichtes aus dem Gemeindevorstand mitgeteilt, dass die neue Ärztin Zahra Hosseini eine Ansiedlungsförderung erhalten werde. Ihre erste Sprechstunde ist am Montag, 7. Oktober.


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