2. April 2019 - Schwalmtal

Quelle: OZ Alsfeld, 28. März 2019 - Christian Dickel

„Angebot für gute Politik“

Stadt Lauterbach und Gemeinde Schwalmtal prüfen Schaffung eines interkommunalen Gewerbegebietes direkt an der Bundesstraße

LAUTERBACH/SCHWALMTAL . Ein interkommunales Gewerbegebiet zwischen Reuters und Brauerschwend ist eine neue Idee der Stadt Lauterbach. Ob daraus Realität wird, soll eine Machbarkeitsstudie klären.

Lauterbachs Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller (CDU) ist daher an Schwalmtals Bürgermeister Timo Georg (parteilos) herangetreten und hat ihm seine Idee vorgestellt. Am heutigen Donnerstag beschäftigt sich der Schwalmtaler Haupt- und Finanzausschuss in einer öffentlichen Sitzung mit der Erstellung einer Machbarkeitsstudie. Formal geht es um die Fortschreibung des sogenannten Regionalplans Mittelhessen.

„Grundvoraussetzung ist eine Machbarkeitsstudie, das habe ich so mit Timo Georg besprochen“, sagt Vollmöller im Gespräch mit unserer Zeitung. Ob das Ganze überhaupt machbar sei, hänge von vielen Faktoren ab. Zunächst müsse geklärt werden, ob die Erschließung gesichert sei. Dazu werde eine Kläranlage benötigt. „Die vorhandene Kläranlage in Wallenrod böte sich an“, erklärt Vollmöller. Außerdem müsse geprüft werden, ob die regionale Raumordnung bei dem Vorhaben mitmache. „Das Gebiet ist momentan gar nicht erfasst. Das müsste im Rahmen der Fortschreibung passieren“, führt Vollmöller aus. Darüber hinaus müsse eruiert werden, ob es Förderungen für eine interkommunale Zusammenarbeit gebe. Des Weiteren müssten im Rahmen der Studie die Grundstücke festgelegt werden, die in ein Gewerbegebiet umgewandelt werden.

Daher sei es auch nötig, im Vorfeld mit den Grundstückseigentümern zu sprechen. „Ich habe ein öffentliches und kein privates Interesse. Wenn es nur darum geht das Gelände wertvoll zu machen, mache ich nicht mit“, betont der Rathauschef. Wenn die Stadt nicht von der Erschließung profitiere, sei das Thema wieder vom Tisch. Es bedürfe einer guten Vorbereitung. „Das macht man nicht aus dem Hüftgelenk. Es ist ein Angebot für gute Politik. Ob das Angebot wird, bleibt abzuwarten“, hebt Vollmöller hervor. Letztendlich müssten die Gremien auf Basis der Machbarkeitsstudie entscheiden. Auf Nachfrage, ob das Gebiet rechtsseitig der Bundesstraße aus Richtung Lauterbach ausgewiesen werde, sagt Vollmöller: „Auch das ist noch nicht geklärt. Nach meiner Auffassung käme auch ein Gewerbegebiet beidseitig in Frage.“

Aus Schwalmtaler Sicht ist es so, dass es einen Grundsatzbeschluss gibt, nicht mit einem Gewerbegebiet in Konkurrenz zu den großen Nachbarn Alsfeld oder Lauterbach zu treten, stellt Bürgermeister Timo Georg voran. „Unser Grundgedanke ist, dass wir als Wohnortkommune ganz immens von Gewerbeansiedlungen in Alsfeld oder Lauterbach profitieren“, informiert Georg. Darüber hinaus sei es für eine kleine Kommune ohnehin sehr schwierig, die finanziellen Mittel für ein ernst zunehmendes Gewerbegebiet aufzubringen. „Da geht es um siebenstellige Summen“, konkretisiert Georg. Weil die Stadt Lauterbach jetzt auf die Gemeinde zugekommen sei, habe sich eine ganz andere Ausgangssituation ergeben. Daher stehe jetzt der Beginn einer völlig neuen Diskussion an. „Dazu müssen aber zunächst sämtliche Fakten auf den Tisch. Das geht nur über eine gemeinsame Machbarkeitsstudie mit der Stadt Lauterbach“, betont Georg.

Und weiter: „Meine Aufgabe ist nicht im Vorhinein zu sagen, ‚das wollen wir oder das wollen wir nicht‘. Meine Aufgabe ist, Transparenz zu schaffen, um dann der Stadt Lauterbach eine entsprechende Rückmeldung zu geben.“ Er lade jeden Bürger ein, um während der öffentlichen Sitzungen an dem Prozess teilzunehmen. Die erst beginnende Diskussion sei komplett ergebnisoffen. Es gebe bisher noch keine konkrete Zahl, um wie viele Hektar es sich handele. Klar sei nur, dass es sich um die ebene Fläche von Reuters ausgehend in Richtung Brauerschwend handele. So viele Alternativen für ein entsprechendes Gewerbegebiet habe die Stadt Lauterbach nicht. Letztendlich gehe es darum, eine Planungsgrundlage für die kommenden zehn Jahre zu schaffen.

„Von Erschließung kann noch gar nicht die Rede sein“, hebt Georg hervor. Es gehe einzig und allein um die mögliche regionalplanerische Verankerung. Konkret bedeute dies, falls die Machbarkeitsstudie positive ausfalle und entsprechend von den Gremien der Stadt und der Gemeinde abgesegnet würde, könne die Stadt Lauterbach schnell reagieren, falls ein Interessent an die Stadt herantrete.


Zusätzliche Informationen

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Datenschutzerklärung Bin einverstanden Ablehnen