12. Juni 2019 - Gruppenpfarramt Vogelsberg

Quelle: OZ Alsfeld 12.06.2019

Gemeinsam stärker

50 Jahre Gruppenpfarramt Vogelsberg - Gottesdienst und Feierstunde

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Ein besonderer Ort für einen besonderen Gottesdienst: der Totenköppel in Meiches. Foto Rojahn

VOGELSBERGKREIS - (red). Er findet traditionell auf dem Totenköppel statt, der Pfingstmontagsgottesdienst des Gruppenpfarramts. Die Tradition, einen Gastprediger einzuladen, war diesmal der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Volker Jung. Er kam, weil das Gruppenpfarramt (GPA) sein 50-jähriges Jubiläum feierte und kam nicht allein in seiner Eigenschaft als Kirchenpräsident: Ihn verbindet seine Zeit als Pfarrer in Stumpertenrod und Köddingen (1993 bis 1997) mit der Region.

Den Gottesdienst rahmten Posaunenchöre des Gruppenpfarramts unter der Leitung von Daniel Roth und ein Chor aus Männergesangverein und dem Evangelischen Frauenchor Meiches unter der Leitung von Ursula Stier ein. Ihr Spiel und ihr Gesang klangen weit über den Platz und erzeugten eine feierliche Stimmung, die Pfarrer Christian Tröger und Kirchenpräsident Jung in ihrer Liturgie und der Predigt aufgriffen.

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Posanunenchöre des Gruppenpfarramt (links) und Chor aus Männergesangverein und dem Evangelischen Frauenchor Meiches. Bild: D. Witznick

Über den bangen Blick nach oben sprach Jung. Nicht nur die Sorge wegen des Wetters sei gemeint, sondern vieles, was den Menschen Angst und Unsicherheit beschert, seien es private Krisen oder die politische und gesellschaftliche Entwicklung.

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Die Festpredigt hielt Kirchenpräsident Dr. Volker Jung. Bild: D. Witznick


DAS GRUPPENPFARRAMT

20 Dörfer, 17 Kirchen, 13 Kirchengemeinden in 5 Kommunalgemeinden, das ist das Gruppenpfarramt. Dazu gehören das Pfarramt Meiches mit Dirlammen, Meiches und Hopfmannsfeld, das Pfarramt Stumpertenrod mit Köddingen, Stumpertenrod und Helpershain, das Pfarramt Groß-Felda mit Groß-Felda, Kestrich und Windhausen, das Pfarramt Ober-Breidenbach mit Storndorf, Strebendorf und Ober-Breidenbach sowie das Kirchspiel Schwalmtal mit Brauerschwend, Rainrod, Hopfgarten, Vadenrod, Hergersdorf.

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Mit Blick auf das Gruppenpfarramt, gegründet 1969 von den beiden Pfarrern Arthur Rühl und Helmut Grün, habe sich das Gruppenpfarramt in der Region verfestigt: Die Idee des gemeinsamen Arbeitens und des Kanzeltauschs habe sich als Stärkung erwiesen. Nicht nur in politisch und gesellschaftlich aufregenden Zeiten, die die Sechzigerjahren waren, sondern auch mit Blick auf die Horizonte, die sich weiten, wenn verschiedene Menschen miteinanderarbeiten.

Gerade in der heutigen Zeit wachse die Notwendigkeit der Zusammenarbeit und neue Kooperationen entstünden. Jung sieht dies nicht allein den demografischen und gesellschaftlichen Veränderungen geschuldet, sondern er sieht „Zusammenarbeit als Wert an sich“.

Feierstunde im DGH Dirlammen

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Die drei Damen des Festausschusses: Sabine Kobsch, Heike Büttner und Heidi Hühnergarth. Foto. D. Witznick

Um all das ging es nach dem Gottesdienst in der Feierstunde im Dorfgemeinschaftshaus Dirlammen. Viele ehemalige Pfarrerinnen und Pfarrer waren angereist, und auch der Kirchenpräsident nahm an der Feierstunde noch teil. „Aufstehen, aufeinander zugehen“ – ein Lied, das als Motto für das Gruppenpfarramt dienen könnte, brachte neben zwei anderen Stückenein Projektchor des GPA unter der Leitung von Dekanatskirchenmusikerin Christine Geitl und der Klavierbegleitung von Rainer Geitl dar. Danach war es Zeit für einige Grußworte, eingerahmt wurden sie von kleinen Klavierstücken von Sonja Karl. Glückwünsche, Lob und Stolz für und auf dieses Projekt wurden ausgesprochen, zunächst von Sylvia Bräuning, Präses des Evangelischen Dekanats Vogelsberg, und Luise Berroth, stellvertretende Dekanin. Grenzen, so hieß es hier, hätten sich für das Gruppenpfarramt erledigt. Es sei ein Vorzeigeprojekt, das mit seiner verbindenden Funktion auf der Höhe der Zeit sei. Gemeinsame Gottesdienste und Konifarbeit, ein Gemeindebrief und eine Verwaltung sprächen für sich. Damit sei das GPA auch ein Modell, das junge Pfarrer anspreche.

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Feierstunde im DGH Dirlammen. Bild: D. Witznick

Gleich zwei Patronatsfamilien sind im Gruppenpfarramt zuhause. Für die Kirchengemeinden Dirlammen und Brauerschwend sprach Baron Henn-Wolfram Riedesel Freiherr zu Eisenbach. Für seine Familie sei es wichtig, sich mit der Kirche zu befassen, so der Patron. Das Patronat trage zu einer Gemeinschaft bei, die sich über Jahrhunderte bewährt habe, und so verfolgten die Patronatsfamilien die Geschicke in den Kirchengemeinden mit.

Ihm schloss sich Baron Bernhard Freiherr Schenck zu Schweinsberg an, Patron der Kirchengemeinde Ober-Breidenbach. Er zollte insbesondere den Gründern Respekt dafür, in einer beharrungsstarken Region vor fünfzig Jahren etwas Neues entwickelt zu haben. In seiner Ansprache blickte der Redner mit Sorge auf die Entwicklung der Pfarrstellenkürzungen in den Kirchengemeinden des Dekanats und wandte sich damit an den Kirchenpräsidenten. Als Patron wolle er auch weiterhin die Geschicke der Kirchengemeinden mitgestalten, so Freiherr Schenck zu Schweinsberg, man wolle den Blick dafür schärfen, was die Gemeinden brauchten und sie darin unterstützen.

Glückwünsche für Zusammenarbeit überbrachte Pfarrer Winfried Disser für die Katholische Kirchengemeinde Herbstein und in seiner Eigenschaft als Dekan des Katholischen Dekanats Alsfeld. „Vom Gruppenpfarramt lernen, heißt siegen lernen“, sagte er.

Fünf Kommunalgemeinden gehören zum Gruppenpfarramt: Für die Gemeinden Schwalmtal, Lautertal, Feldatal, Romrod und Ulrichstein sprach der Lautertaler Bürgermeister Dieter Schäfer. Er betonte den Wert von Kooperationen in vielen Bereichen, um dem demografischen und gesellschaftlichen Wandel entgegenzuwirken. Das Gruppenpfarramt biete den Menschen in den Kirchen verschiedene Sichtweisen und Ansätze, gleichzeitig ergänzten sich die fünf Pfarrer. Schäfers Glückwünschen schloss sich auch der Ulrichsteiner Bürgermeister Edwin Schneider an.

Gestärkt von so viel Zuspruch zeigten sich die Pfarrer des Gruppenpfarramtes. Neben Pfarrer Tröger sind dies Peter Weigle, Jürgen Pithan, Dorothée Tullius-Tomasek und Dorothea Witznick. Gemeinsam mit ihren Kirchenvorständen und Gemeindegliedern blicken sie nun nach vorn und arbeiten an der Zukunft des Gruppenpfarramts.

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Ehemalige und aktuelle Pfarrerinnen und Pfarrer des Gruppenpfarramts: Wolfgang Kratz, Peter Weigle, Christian Tröger, Dr. Volker Jung (Kirchenpräsident), Dorothée Tullius-Tomasek, Borschel, Jürgen Pithan, ???, Andreas Weik, Dorothea Witznick, ??? . Foto: H. Bauer


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