14. Mai 2020 - Heimische Wirtschaft

Quelle: OZ 14.05.2020

Preise für Schlachttiere „im Keller“

boss

Der Export von Schlachtvieh läuft derzeit nur auf Sparflamme, sagt Dieter Boß. (Foto: Krämer)

STORNDORF - (gkr). Der Viehverkauf ist mit der Corona-Pandemie eingebrochen. Beim Export der Tiere laufe so gut wie nichts mehr. In Deutschland bleiben Kühe und Rinder, die die Landwirte zum Verkauf vorgesehen haben, erst einmal im Stall. Auch Viehauktionen in der Alsfelder Hessenhalle finden derzeit nicht statt. Viehkaufmann Dieter Boß, stellvertretender Vorsitzender des Vieh- und Fleischhandel-Verbandes Hessen und Rheinland-Pfalz, kennt den Viehmarkt seit Jahrzehnten. „Das gab es so noch nie“, sagt er.

Momentan seien die Schlacht-Tierpreise im Keller, Landwirte verlieren mit jedem Verkauf bis zu einem Euro je Kilogramm. „Dazu kommt, dass auch Schlachthöfe nur noch etwa die Hälfte der früheren Schlachtungen vornehmen“, so Boß weiter.

Der heimische Schlachtmarkt sei rückläufig. Das wirke sich auf den An- und Verkauf der Kühe und Rinder durch die Viehkaufleute aus. „Wir müssen uns vorher mit den Schlachthöfen in Verbindung setzen, bekommen nicht nur den Tag der Anlieferung, sondern auch das Kontingent der möglichen Schlacht-Tiere zugewiesen.“ Das mache das Viehgeschäft doppelt schwer. Vom Export ganz zu schweigen. „Der läuft nur noch auf Sparflamme“, sagt Boß. Gleichzeitig müsse er über die Medien zur Kenntnis nehmen, dass der Import von Rindfleisch aus Argentinien momentan als „Sonderangebot“ in deutschen Discountern angeboten wird. „Hier stimmt etwas nicht“, meint Dieter Boß.


Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.