1. Juni 2018 - Heimische Wirtschaft

Quelle: OZ Alsfeld, 01.06.2018

Mit Shabby-Chic in ihre Traumstadt

MÖBEL & MORE  Am 8. Juni eröffnet Barbara Schönenberg Geschäft in Mainzer Gass 25 / Umzug von Lauterbach nach Alsfeld / Werkstatt bleibt in Storndorf

Laden Lauterbach

Barbara Schönenberg in ihrem (nun geschlossenen) Geschäft in Lauterbach. Dort hatte sie alte, von ihr neu aufgearbeitete Holzmöbel mit neuen Dekogegenständen, hauptsächlich im Landhausstil, wie sie sagt, kombiniert. Foto: Heil

ALSFELD (cl). Eine geschwungene Küchenanrichte, Tische und Stühle, Regale mit kleinen verschnörkelten Details, die zwar Weiß sind, aber nicht aussehen, als kämen sie gerade frisch aus der Möbelfabrik. Ein bisschen fühlte man sich zurückversetzt in vergangene Zeiten, wenn man den Laden von Barara Schönenberg in der Lauterbacher Obergasse betrat. Kein Wunder, waren doch viele der Stücke, die man dort zwischen neuen Dekoartikeln im Landhausstil sah, Jahrzehnte und teilweise sogar über 100 Jahre alt. Mit demselben Konzept, das seit Jahren auch Trend in Deutschland ist, will die 55-jährige Storndorferin nun in Alsfeld überzeugen.

„Die vielen Stammkunden, die ich schon in Lauterbach habe, gehen mit nach Alsfeld", sagt Schönenberg. Dort erwarte die Kunden „dasselbe wie in Lauterbach." Der Laden wird weiter gelebt."

Seit 29. Mai hat sie ihr Geschäft „BarBera Möbel & More Shabby Chic" in der Kreisstadt geschlossen, um es in der Mainzer Gasse 25 in Alsfeld am 8. Juni unter demselben Namen wiederzueröffnen. Und zwar mit einer größeren Ausstellungsfläche. Sie habe sich vergrößern wollen, erklärt Schönenberg. 150 Quadratmeter Ausstellungsfläche hatte sie in Lauterbach, 210 werde sie in Alsfeld haben.

Doch das ist nicht der einzige Grund für den Umzug ihres Ladens. Schon 2016, vor der Eröffnung in Lauterbach, habe sie nach Geschäftsräumen in Alsfeld gesucht, „weil das einfach meine Traumstadt ist. Ich habe mich so in dieses Alsfeld verliebt." Zwar sei Lauterbach auch schön, „aber wenn Sie sich irgendwann einmal in etwas verliebt haben, kommen Sie von dem Gedanken nicht mehr weg." Damals allerdings habe sie keine Räume in Alsfeld gefunden, die groß genug gewesen seien. Apropos Liebe, das ist ein gutes Stichwort. In den Vogelsberg verschlug es Schönenberg nämlich genau aus diesem Grund, und erst hier machte die zweifache Mutter erwachsener Kinder ihr großes Hobby zum Beruf: Alte Möbel aus Massivholz bringt die gelernte Frisörin, die dann in der Qualitätssicherung in der Industrie arbeitete, wieder zum „Glänzen".

„Alte Möbel, die auch schon ihre kleinen Macken und Wehwehchen haben und ihre Zeit gelebt haben, bekommen durch den neuen Anstrich ein neues Aussehen", beschreibt sie. Und ganz wichtig: „Der alte Charme bleibt erhalten. Es muss nicht perfekt aussehen, sondern alt." Durch verschiedene Techniken erhalten die neu gestrichenen Möbelstücke einen Look, der „gelebt" aussehen soll, wie Schönenberg sagt. Da scheint an der einen Stelle die Farbe ein bisschen abgeblättert zu sein, man sieht (scheinbare) Gebrauchsspuren. Die Möbel sehen aber nicht „schäbig" aus, so die direkte Übersetzung von shabby aus dem Englischen. Sie sind „Shabby chic", ein Einrichtungsstil, der seinen Ursprung in Großbritannien hat. Darunter fällt allerdings nicht nur Altes, sondern auch Neues, das alt erscheint.

Für Schönenberg sieht das „alte Neue" auch „gut aus. Es ist in Ordnung." Es könne aber für sie das Alte nicht ersetzen. Auch wenn von ihr bearbeitete Küchenschränke eine ähnliche Form hätten, sei doch jeder alte Schrank - sie alle seien aus Massivholz - anders, habe unterschiedliche individuelle Details.

Selbstständig machte sich die gebürtige Thüringerin, die zuletzt im Sauerland lebte, im Dezember 2015 zunächst in Storndorf. „Dort habe ich mir das alte Kornhaus ausgebaut und mit den Möbeln angefangen." Der Verkauf lief auch über das Internet, schildert sie. Weil in Storndorf 2015 Straßenbauarbeiten stattgefunden hätten, habe ihr die Laufkundschaft gefehlt, weswegen sie im September 2016 ihren Laden in Lauterbach eröffnete. Ihre Räume in Storndorf dienen ihr seither als Werkstatt und Lager für noch nicht fertige Möbel.

Woher diese stammen? „Ich muss sie mir zusammensuchen." Zum Beispiel bei Haushaltsauflösungen. „Mittlerweile werde ich auch angerufen", schildert Schönenberg. „Oder ich gucke im Internet. Hier und da muss ich schon ein bisschen fahren." Bis nach Frankfurt oder einmal sogar in den Ruhrpott, um Stücke abzuholen. Vieles komme aber aus dem Vogelsberg. „Die Möbel, die ich habe, sind bis zu 100,120 Jahre alt. Natürlich habe ich auch welche aus den 1950er und 1960er Jahren", schiebt sie hinterher.
Wirklich schöne Möbel gebe es ihrer Meinung nach aber auch in Belgien oder Frankreich. Auch in Holland finde man auf Flohmärkten „ganz tolle antike Möbel und Zubehör". Einige alte Stücke ließen sich aber nicht mehr aufarbeiten - „die sind einfach kaputt gelebt".

Ihre Leidenschaft für „Shabby Chic" entdeckte Schönenberg vor 15, 16 Jahren. Damals fing sie an, „mir die eigene Wohnung in diesem Stil einzurichten. Dann habe ich hier und da für Freunde und Bekannte Möbel restauriert und bin so langsam hineingewachsen." Was sie daran reizt? „Holz war schon immer mein Material. Und ich liebe alte Sachen."

Und ihre Kundschaft? In Lauterbach war diese bunt gemischt: „Von der ganz jungen Frau bis zur 80-Jährigen", beschreibt Schönenberg. Im Vogelsberg habe sie für mehrere ältere Kunden per Auftrag deren eigene Möbel aufgearbeitet. Einer Vogelsberger Kundin habe sie sogar die gesamte Wohnung gestaltet „Nachtschrank, Kommode, Couchtisch, Vitrine..." Anderen Kunden habe sie Möjel auch nur weiß gestrichen, ohne sie damch auf alt zu trimmen.

Sind die Möbelstücke in gutem Zustand und arbeitet Schöneiberg mit Kreidefarbe, wird vor dem Anstich „nicht geschliffen". Anders verhält es sich bei Küchenmöbeln, die sie mit Acrylfarbe bearbeite. Diese werden zum Schleifen auseinandergenommen: „Schlösser und Türen kommen ab, Schubladen raus." Um ein Möbelstück im Shabby Chic-Stil herzurichten, braucht sie „zwei Wochen ungefähr." Nach dem Anstrich werden Kanten wieder abgeschliffen, „oder ich kann mit dunklem Wachs arbeiten oder mit dunkler Farbe".

Ob ihr neben dem Beruf noch Zeit für andere Hobbys bleibt? „Nein. Das lebe ich schon Tag und Nacht", sagt Schönenberg.

Wenn ihr Laden am 8. Juni in der Mainzer Gasse 25 eröffnet, gelten folgende Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr und Samstag von 10 bis 14 Uhr. Wer schon vorab einen Einblick in das Angebot (ohne Verkauf) von BarBera Möbel & More Shabby Chic bekommen will: www.barbera-shabby.de.

SERVICE

Ab 8. Juni gelten folgende Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr und Samstag von 10 bis 14 Uhr. 


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