27. September 2019 - Ortsgeschehen

Quelle: OZ Alsfeld 27.09.2019

Wolf bereitet Sorge

Schafschur

Groß ist das Interesse es an den Schafschur-Vorführungen. Foto: Graulich

STORNDORF - (dgr). Die große Bedeutung der Schaf- und Ziegenhalter im Vogelsberg stand im Mittelpunkt aller Grußwortredner beim 24. Tag des Schafes auf dem Freigelände der Firma Stehr im Schwalmtaler Ortsteil Storndorf.

Traditionell wurde der „Tag des Schafes“ mit einem Hirtengottesdienst von Pfarrer Schäfer in der Kirche zu Storndorf begonnen. Danach eröffnete Wolfgang Pschierer vom Vorstand des Schafhalterverein Vogelsberg offiziell die Veranstaltung auf dem Festgelände. Er räumte ein, dass die Schaf- und Ziegenhalter derzeit mit mehreren Problemen zu kämpfen hätte. So zum einen mit dem Preisverfall im Bereich der Tierhaltung und zum anderen die Rückkehr des Wolfes. Sollte er auch in Hessen ansässig werden, und dies zeichne sich im Bereich Ulrichstein bereits ab, so hätte bereits jetzt ein Großteil der Nebenerwerbsschafhaltern die Aufgabe der Schafzucht angekündigt.

Die Landtagsabgeordneten Michael Ruhl (CDU) und Eva Goldbach (Bündnis 90 – Die Grünen) sicherten zu, dass dieses Thema im Landtag bekannt sei und eine Position für die Entschädigung der Nutztierhalter geschaffen werden solle.

Erster Kreisbeigeordneter Dr. Jens Mischak (CDU) wies in seinem Grußwort darauf hin, dass die Schaf- und Ziegenhalter mit ihren Tieren im Vogelsberg die wichtige Aufgabe der Erhaltung der Artenvielfalt und Kulturlandschaft hätten. Außerdem spielten sie eine große Rolle bei der Direktvermarktung der Lebensmittel. Er wünschte sich dabei auch weiterhin ein gutes Zusammenspiel zwischen Schafhaltern und Gastronomie, wie zum Beispiel alljährlich bei den „Vogelsberger Lammwochen“.

Schwalmtals Bürgermeister Timo Georg (parteilos), selbst auch Schafhalter, wies darauf hin, dass Schaf- und Ziegenhalter eine vielfältige Flora und Fauna auf Flächen erhalten würden, die für die moderne Landwirtschaft nicht geeignet seien und zu verbuschen, zu verbrachen drohten.

Anja Püchner, Leiterin des Amtes für Wirtschaft und den ländlichen Raum, betonte, dass auch Schäfer auf EU-, Bundes- und Landesmittel aus den Agrarhaushalten angewiesen seien, um ein Auskommen zu erwirtschaften. Eine besondere Rolle spielten dabei die Mittel aus dem HALM-Programm, da diese Zahlungen die Naturschutzleistungen der Schaf- und Ziegenhalter unterstützten.

Die hohen Arbeitsbelastungen in der Viehhaltung, zumeist ohne Wochenendfreizeiten und Urlaub, seien ebenfalls Gründe, dass die Zahlen der Betriebe in der Region rückläufig seien.
Informationen gab es bei zahlreiche Ständen mit Produkten rund um die Haltung von Schafen und Ziegen. Reges Interesse war bei der Schafschurvorführung von Dieter Deubel und der Hütevorführung von Karsten Walther (Hohenahr) mit seinen Heidschnucken und einem seinem Border-Collie zu verzeichnen.
Im Blickpunkt standen zudem einige Oldtimer-Traktoren.


Zusätzliche Informationen

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Datenschutzerklärung Bin einverstanden Ablehnen