6. September 2019 - Schwalmtal

Quelle: OZ Alsfeld, 06.09.2019

Bürgermeister und Bauhofleiter retten Kauz aus Stacheldraht

Alsfelder Falkner Markus Pusch  Buergermeister  Georg

Der Alsfelder Falkner Markus Pusch (Foto rechts) von der Greifvogelwarte Feldatal und Schwalmtals Bürgermeister Timo Georg entlassen den Kauz in die Freiheit. Foto: Dickel

 RENZENDORF - Er verfing sich im Stacheldraht, riss sich die Flügel auf und dennoch gab es für ihn kein Entkommen aus der beinahe tödlichen Falle. Es war ein Sonntagmorgen Ende März, als zwei junge Schwalmtaler den Kauz direkt gegenüber von der Gemeindeverwaltung entdecken. Sofort begannen sie sich um das Tier zu kümmern, aber ohne Werkzeug und entsprechendes Wissen, konnten sie nicht viel unternehmen außer auf Hilfe warten.

Bürgermeister Timo Georg war gerade mit seinem Sohn auf dem Rückweg von einem Jugendfußballturnier, als ihm die zwei winkenden Menschen auffielen. Er hielt an und organisierte sofort Hilfe. Da sein Bauhofleiter Thomas Döring ohnehin Bereitschaft hatte, rief er ihn an. Döring eilte ins Rathaus und holte einen Bolzenschneider. "Als Feuerwehrmann habe ich wenig Berührungsängste und helfe direkt", sagt Georg über die Rettungsaktion.

Wie mit einem Kauz in Panik im Stacheldraht umzugehen ist, wusste jedoch auch er nicht. Daher folgte der nächste Anruf in der Greifvogelwarte in Ermenrod. Am Telefon wurde den Helfern erklärt, was sie unternehmen sollen und das Falkner Markus Pusch sich aus Alsfeld auf den Weg mache, um den Kauz abzuholen.

"Die beiden Schwalmtaler haben eine Wanne und eine Decke organisiert", erinnert sich Georg. Ob sie beides im Auto hatten oder die Dinge geholt wurden, wisse er nicht mehr. Der Kauz bekam zunächst die Decke über den Kopf um sich zu beruhigen. Dann wurde der Stacheldraht durchgeschnitten, aber nicht aus den Flügeln gezogen, um das Tier nicht weiter zu verletzten. Jetzt hieß es nur noch das Tier in die Wanne zu setzen, um auf das Eintreffen des Falkners zu warten. Er nahm ihn in seine Obhut und pflegte ihn fast fünf Monate lang. "Die Flügel waren völlig durchlöchert", berichtet Pusch. Währenddessen informierte sich Georg ab und an über das Wohlergehen des Tieres. "Nach der Aktion wollte ich schließlich wissen, wie es ihm geht und ob er es schafft. Da Antje Fink aus Brauerschwend in der Greifvogelwarte mithilft, hat sie mich immer wieder informiert", sagt Georg.

Seit Kurzem ist der Kauz wieder vollständig genesen. Somit stand sein Flug zurück in die Freiheit an. Unweit der Unfallstelle ging es ins Feld, Pusch holte den Kauz aus der Box seines Autos, ein letztes Bild mit Rettungshelfer Timo Georg und der Kauz flog kerngesund zurück in sein angestammtes Revier. "Der Kauz steht zwar noch nicht auf der Roten Liste, aber wird immer seltener", sagt Pusch. Daher bittet er darum, dass bei ähnlichen Vorfällen sich die Menschen bei ihm melden und mithelfen die Tiere zu retten.

Da Timo Georg die beiden Ersthelfer nicht persönlich kennt, fügt er an: "Wir bedanken uns bei der Frau und dem jungen Mann, die so hilfsbereit waren und sich um den armen Vogel gekümmert haben." Für ihn als Bürgermeister und seinen Bauhofleiter sei es quasi von Amtswegen eine Pflicht zu helfen, als Feuerwehrmann ohnehin.


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